my story - Frühling

Wie schon im vergangenen Eintrag beschrieben, stritten Bastian und ich sehr häufig.
Zudem konnten wir uns nie richtig aussprechen, weil wir ja so weit weg voneinander waren. Neben all dem Beziehungsstress hatte ich noch mein Abitur zu schreiben.

Ich war vollkommen durch den Wind, begann wieder weniger zu essen, meine beste Freundin und ich waren fast nur noch auf der Rolle, tranken uns die überflüssigen Gehirnzellen weg und rauchten wie die Schlote.
Es war eine wundervolle Zeit. So voll von Schmerz, Angst vor der Zeit die anbrechen würde nach der Schule, Angst vor Krankheit, Mut weiterzugehen, Melancholie, Freude und und und. Kurz um: alle Gefühle in einem Menschen - das kann nur zum Chaos führen.

Und so kam es dann auch.
Ich nahm ab, legte wieder mal meine magersüchtigen Züge an den Tag und fühlte mich so Tag für Tag besser. Mein Selbstbewusstsein wuchs, ich konnte immer mehr jemand anders sein. Diejenige in mir, die stark war, die Macht hatte, die Männer bekam, wenn sie wollte. Die, die einfach alles bekommt, was sie will.

Klara (meine beste Freundin) und ich waren also mal wieder in unserem Stamm-Club als wir drei Jungs kennenlernten. Physiker. Der eine ein Freak, der zweite ein Honk und der dritte ein irgendwie zu klein geratener Kerl mit netter Muskulatur und netten Augen und Händen.

Wir begannen, mit diesen Jungs zu reden. Einfach so. Der kleine, den ich wohl schon von Anfang an ins Auge gefasst hatte, machte sich an Klara ran. Wie gut für mich: Klara stand nicht auf Männer, die kleiner sind als sie - also wimmelte sie ihn ab. Immer wieder.
Wir trafen diese Jungs nun jeden Abend, wenn wir im Club waren. Natürlich, wie es kommen musste, hatte ich meinen Verlobungsring an dem Tag, an dem wir uns kennenlernten vergessen und ich erzählte von meiner Verlobung. Natürlich glaubte man mir nicht so recht und schon garnicht, als ich dann das nächste Mal mit einem Ring ankam. "Haste dir geliehen, was?"
Der kleine, nennen wir ihn mal Christoph, machte sich noch einmal an Klara ran - und als er versagte, schneppte er mich am Arm und zog mich in einen etwas ruhigeren Bereich des Clubs. Er fragte mich, wie er denn an meine Freundin ran kommen könne und eigentlich flirtete er wie ein Weltmeister. Ich spielte mit.

Und damit war wohl der erste Schritt in die Untreue getan.
Wir tranken viel, wir waren beide unter Liebeskummer einfluss - und so kam es, dass wir darüber philosophierten, ob Mann und Frau sich treffen kann, ohne sexuelle Hintergedanken. Ich sagte nein, er behauptete ja und so beschlossen wir, es zu probieren.

Ich wusste, dass ich mit dem Feuer spiele - aber ich konnte mir einreden, dass er ja Klara will und dass er sich bloß mit mir treffen möchte zum quatschen.

Wir trafen uns. Allein. Alles fing harmlos und peinlich an. Als der Alkoholpegel angestiegen war, bevorzugten wir unseren Club der Kneipe in der wir saßen. Dort tranken wir weiter - und es passierte, was passieren musste. Wir kamen uns zu nah. Wir küssten uns. Nicht kurz, nicht einmal. Wir hatten Spaß.

21.11.07 11:22

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